Langjähriger Teilnehmer im Manufacturers Cup feiert emotionale Rückkehr aufs Podium
Gran Turismo World Series 2026 – Runde 3 – Singapur – Manufacturers Cup
SINGAPUR (3. Oktober 2026) – Die Gran Turismo World Series gibt ihr Südostasien-Debüt in Singapur und bringt Runde 3 der Meisterschaft 2026 ins Sands Theatre im Marina Bay Sands. Nach Mailand und Tokio ist jetzt endlich eine der schillerndsten Städte Asiens an der Reihe, und es wird ernst, denn das Weltfinale rückt immer näher. Eine große Menge füllte den Saal bis auf den letzten Platz und wollte die Action miterleben.
Zuerst stand der Manufacturers Cup auf dem Programm, bei dem 12 Autohersteller ihren Kampf um die Meisterschaft 2026 fortsetzten. In Singapur standen Fahrer aus der Region Amerika im Rampenlicht, obwohl Lexus und BMW mit Ersatzfahrern für ihre regulären Repräsentanten antraten. Nach Siegen in den ersten beiden Runden ging Porsche an der Spitze der Rangliste ins Rennen, dicht gefolgt von Ferrari und einigen anderen Herstellern, die noch Chancen auf den Sieg hatten. Da es nur noch eine Runde bis zum Weltfinale war, gewann jeder Meisterschaftspunkt an Bedeutung.
Im großen Finale traten die Teilnehmer über 20 Runden auf Autodrome Lago Maggiore – Gesamtstrecke (rückwärts) an. Alle drei Dunlop-Reifen – hart, mittel und weich – waren Pflicht und garantierten mindestens zwei Boxenstopps. Dadurch war die Reifenstrategie ebenso wichtig wie das Tempo selbst.
Nachdem die BoP der Autos angepasst wurde, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten, brachte sich Daniel Solis (AMS_Lamb) mit dem Subaru BRZ GT300 auf die Pole Position, zusammen mit Nicolás Arriagada (NicArrS) aus Chile mit seinem Ferrari 296. Antonio Santos (Vitality_ASK78) qualifizierte sich mit dem Lexus RC F für Position 3, gefolgt von Arthur Mosso (VQS_ART55MN) im Nissan GT-R Nismo, Adriano Carrazza (Didico__15) im Toyota GR Supra und Lucas Bonelli (RVT_BONELLI) im Mercedes-AMG GT3. Mazda, Porsche, Audi, Volkswagen, Lamborghini und BMW machten das Starterfeld aus 12 Fahrzeugen komplett.
Großes Finale: Autodrome Lago Maggiore – Gesamtstrecke (rückwärts) – 20 Runden
Das Rennen begann bei klarem Himmel. Solis, Arriagada und Bonelli starteten auf den mittleren Dunlops, während der Rest des Feldes auf harte Reifen setzte. Der fliegende Start verlief bemerkenswert geordnet und das gesamte Feld reihte sich hintereinander ein – ohne die aggressiven Attacken der ersten Runde, die man häufig sieht, wenn so viel auf dem Spiel steht.
Bonelli zeigte als Erster seine Ambitionen. Dank seiner schnelleren mittleren Reifen zog der Brasilianer an seinem Landsmann Carrazza vorbei und nahm anschließend Mosso ins Visier. Dann erhielt Santos, der vor ihm fuhr, kurz darauf eine Strafe für das Überschreiten der Streckenbegrenzung, sodass Bonelli seinen Vorstoß in Richtung Spitze fortsetzen konnte.
Hinter ihnen machte Samuel Moreno (S--Moreno) im BMW M6 GT3 vom Ende des Feldes aus Fortschritte. Nachdem er in den ersten Runden drei Positionen gutgemacht hatte, war er der erste Fahrer, der seinen planmäßigen Boxenstopp einlegte und in Runde 3 auf mittlere Reifen wechselte.
An der Spitze setzten sich Solis und Arriagada jedoch bereits vom Rest des Feldes ab. Der Subaru und der Ferrari erarbeiteten sich schnell einen Vorsprung von vier Sekunden, wobei Arriagada dicht am Heck von Solis‘ BRZ klebte und ihn in nahezu jeder Kurve unter Druck setzte. Der Chilene war eindeutig schnell genug, um um die Führung zu kämpfen, doch einen Weg vorbei zu finden, war eine andere Sache.
Die erste große Welle an Boxenstopps folgte in Runde 5, als Porsches Angel Inostroza (A2P_root), Mazdas Samuel Cardinal (SFE_Quartz) und Audis Simon Rosenberger (VSR_Symin) alle auf mittlere Reifen wechselten. João Pessoa (N2_JoaoSof) und Carrazza folgten zwei Runden später, sodass die Spitzenreiter ihre ersten Stints verlängern konnten.
In Runde 10 änderte sich das Bild des Rennens, als Solis, Arriagada und Bonelli schließlich in die Box kamen. Hier ging der strategische Kampf erst richtig los.
Solis und Bonelli wechselten auf weiche Dunlop-Reifen, um zunächst vom zusätzlichen Grip zu profitieren und das Rennen später auf harten Reifen zu beenden. Arriagada wählte den umgekehrten Ansatz. Ferrari wechselte erst auf harte Reifen, um die langsamsten Reifen hinter sich zu bringen und Arriagada in den letzten Runden die Möglichkeit zum Angriff zu geben.
Nach Abschluss der Boxenstopps lag Solis weiterhin vor Arriagada, Cardinal, Bonelli und Rosenberger. Doch Bonelli hatte nun die schnellsten Reifen unter seinem Mercedes-AMG – und machte sofort Gebrauch davon. In Runde 11 griff er Cardinal in der engen Rechtskurve von Kurve 7 an und übernahm Position 3.
Eine Runde später hatte Bonelli Arriagada eingeholt und zog am Ferrari vorbei auf Position 2. Solis nutzte derweil die freie Strecke und seine weichen Dunlop-Reifen voll aus und baute Subarus Vorsprung auf rund acht Sekunden aus.
Dann kam es zum größten Zwischenfall des Rennens. Robert Heck (Q3_RobbyHeck) verlor in Kurve 13 die Kontrolle über seinen Lamborghini Huracán und schlitterte direkt vor Moreno. Der BMW-Fahrer konnte nirgendwohin ausweichen und traf den Lamborghini mit voller Wucht, wodurch beide Autos von der Strecke geschleudert und ihre Hoffnungen auf ein starkes Ergebnis zunichtegemacht wurden.
An der Spitze bereitete sich Ferrari unterdessen auf den Gegenangriff vor.
Arriagada legte seinen letzten Stopp in Runde 14 ein, wechselte von den harten auf weiche Reifen, um bis zum Ziel Vollgas zu geben. Solis blieb noch eine Runde draußen und holte das Letzte aus seinen bereits stark nachlassenden weichen Reifen heraus, bevor er in Runde 15 schließlich in die Box fuhr.
Als der Subaru mit harten Reifen auf die Strecke zurückkehrte, hatte Solis immer noch einen Vorsprung von ungefähr 12,5 Sekunden. Arriagada hatte jetzt deutlich mehr Grip, doch es blieben nur noch eine Handvoll Runden – und Bonellis Mercedes-AMG lag weiterhin zwischen ihm und dem Führenden.
Arriagada ließ Bonelli in Runde 16 hinter sich und hatte damit vier Runden Zeit für seine Verfolgungsjagd auf den Subaru. Hinter ihnen wechselte die Reihenfolge schnell, als Bonellis Tempo nachließ. Cardinal zog in der darauffolgenden Runde mit seinem Mazda RX-Vision GT3 am Mercedes-AMG vorbei auf Position 3, während Rosenberger und Inostroza ebenfalls vorbeizogen.
An der Spitze schloss Arriagada jetzt zügig auf.
Der Ferrari pulverisierte mit jeder Runde große Teile von Solis‘ Vorsprung. Die über 12 Sekunden nach Subarus letztem Stopp schwanden stetig, bis in der entscheidenden Schlussphase weniger als eine Sekunde zwischen den beiden Autos lag.
Solis stand jetzt vor der schwierigsten Aufgabe des Nachmittags: Er musste sich auf abgenutzten, langsameren, harten Reifen gegen einen Ferrari mit weichen Reifen verteidigen, dessen Fahrer ihn bereits seit der ersten Runde unter Druck gesetzt hatte. Arriagada suchte nach einer Lücke, doch Solis bot ihm einfach keine.
Der Subaru überstand Ferraris späten Angriff, überquerte als Erster die Ziellinie und bescherte Daniel Solis einen dramatischen Sieg in Singapur. Arriagada wurde mit Ferrari knapp Zweiter, während Cardinal den letzten Podiumsplatz für Mazda sicherte. Rosenberger belegte im Audi Platz 4, während Inostroza mit Porsche Fünfter wurde.
Das Ergebnis hatte für Solis eine besondere Bedeutung. Den letzten Podiumsplatz für Subaru im Manufacturers Cup gab es 2025 in Berlin, als Solis gemeinsam mit Kylian Drumont antrat. Nachdem Drumont inzwischen gewechselt war, stellte Singapur eine ganz andere Errungenschaft dar.
Ein emotionaler Solis blickte hinterher auf das Ergebnis zurück: „Ich freue mich sehr über den Sieg, denn das ist das erste Mal in meinen acht Jahren im Wettbewerb, dass ich etwas Bedeutendes ganz allein geschafft habe und nicht auf den Schultern anderer.“
Durch diesen Sieg ist der Kampf im Manufacturers Cup auch deutlich spannender geworden. Porsche führt die Rangliste mit 14 Punkten weiterhin an, doch Ferrari hat aufgeschlossen und liegt mit 12 Punkten nur noch zwei Punkte zurück. Mazda rückt mit neun Punkten auf Platz 3 vor.
Nach zwei Siegen in Folge für Porsche zu Beginn der Saison durchbrach Singapur schließlich dieses Muster. Vor allem aber bleibt der Kampf um die Meisterschaft so weiterhin spannend, während die Gran Turismo World Series auf ihr entscheidendes Finale in Tokio zusteuert.
Gran Turismo World Series 2026 Runde 3 – Singapur – Manufacturers Cup – Ergebnisse
Qualifying-Zeitfahren
- Fahrzeugkategorie:
- Gr.3
- Strecke:
- Autodrome Lago Maggiore – Gesamtstrecke (rückwärts)
| RANG | Hersteller/Fahrer | ZEIT | Abstand |
|---|---|---|---|
1 |
|
1'57.458 | |
2 |
|
1'57.571 | +00.113 |
3 |
|
1'57.729 | +00.271 |
4 |
|
1'57.740 | +00.282 |
5 |
|
1'57.773 | +00.315 |
6 |
|
1'57.780 | +00.322 |
7 |
|
1'57.885 | +00.427 |
8 |
|
1'57.891 | +00.433 |
9 |
|
1'57.995 | +00.537 |
10 |
|
1'58.409 | +00.951 |
11 |
|
1'58.812 | +01.354 |
12 |
|
- -'- -.- - - | - -'- -.- - - |
Top-6-Qualifying
- Fahrzeugkategorie:
- Gr.3
- Strecke:
- Autodrome Lago Maggiore – Gesamtstrecke (rückwärts)
| RANG | Hersteller/Fahrer | ZEIT | Abstand |
|---|---|---|---|
1 |
|
1'57.437 | |
2 |
|
1'57.567 | +00.130 |
3 |
|
1'57.939 | +00.502 |
4 |
|
1'58.006 | +00.569 |
5 |
|
1'58.136 | +00.699 |
6 |
|
1'58.685 | +01.248 |
7 |
|
-' - -. - - - | |
8 |
|
-' - -. - - - | |
9 |
|
-' - -. - - - | |
10 |
|
-' - -. - - - | |
11 |
|
-' - -. - - - | |
12 |
|
-' - -. - - - |
Großes Finale
- Fahrzeugkategorie:
- Gr.3
- Strecke:
- Autodrome Lago Maggiore – Gesamtstrecke (rückwärts)
- Runden:
- 20
| RANG | Hersteller/Fahrer | ZEIT | PUNKTE |
|---|---|---|---|
1 |
|
40'22.890 | 6 |
2 |
|
+00.123 | 5 |
3 |
|
+03.718 | 4 |
4 |
|
+07.928 | 3 |
5 |
|
+09.376 | 2 |
6 |
|
+11.862 | 1 |
7 |
|
+12.288 | 0 |
8 |
|
+12.581 | 0 |
9 |
|
+20.776 | 0 |
10 |
|
+24.741 | 0 |
11 |
|
+32.310 | 0 |
12 |
|
+51.765 | 0 |
- Schnellste Runde:
- Subaru Daniel Solis 1'55.819


