GT World Series

Unvorhersehbares Wetter sorgt für Zittern am Fuji

Manufacturers Cup der Gran Turismo World Series 2026 – Runde 2 – Tokio

TOKIO, Japan (15. August 2026) – Runde 2 des Gran Turismo World Series Manufacturers Cup 2026 führte den Wettbewerb zurück an die Geburtsstätte von Gran Turismo. Die 12 Herstellerteams versammelten sich in den Büros von Polyphony Digital in Koto-ku, Tokio. Anders als die anderen Runden im Kalender war dies das einzige Event der Saison ohne Live-Publikum: nur die Fahrer, ihre Rennsysteme und der Druck, in dem Studio anzutreten, in dem die Reihe erschaffen wurde.

Der Manufacturers Cup ist ein Wettbewerb, bei dem die bestplatzierten Automobilhersteller aus den Online-Qualifyings – zusammen mit den offiziellen Partnern Toyota und Mazda – gegeneinander antreten. Dabei sind 12 starke Teams, die jeweils aus drei Elite-Rennfahrern aus den Regionen Europa/Naher Osten/Afrika, Amerika und Asien/Ozeanien bestehen. Hier in Tokio richteten sich alle Augen auf die Teilnehmer aus der Region Asien/Ozeanien, die sich auf den Showdown in Runde 2 vorbereiteten.

Sota Moriyama (SFE_Morley) sicherte sich im Audi R8 LMS die Pole Position, neben ihm ging Takuma Sasaki (SZ_TakuAn22) im Porsche 911 GT3 an den Start. Yuki Kodaka (SFE_VELTRO) qualifizierte sich im Lamborghini Huracán GT3 für Position 3, gefolgt von Jun Hashimas (TenagaZaru-0310) Ferrari 296 GT3, Ryota Kokubuns (Akagi_1942mi) Mazda RX-Vision GT3 und Kenta Morimotos (HeAvN_-) Toyota GR Supra. Subaru, Nissan, Lexus, BMW, Mercedes-AMG und Volkswagen bildeten das restliche Starterfeld.

Großes Finale: Fuji International Speedway – 27 Runden

Das Große Finale begann unter dunklen Wolken auf einer vom Regen durchnässten Strecke. Da es keinen verpflichtenden Reifenwechsel gab, konnte jeder Fahrer je nach Wetterlage zwischen weichen und mittleren Reifen, Intermediates und Regenreifen von Dunlop wählen. Die ersten sieben Fahrer entschieden sich für Intermediates, während die drei Fahrer weiter hinten auf Regenreifen setzten. Mit Standwasser auf der Strecke und eingeschränkter Sicht durch Spritzwasser ging das Feld die ersten Runden vorsichtig an.

Takuma Sasaki machte das erste entscheidende Manöver. Moriyama fuhr mit zu viel Tempo in die erste Kurve, sein Audio verlor den Grip und scherte weit aus, wodurch der Porsche die Führung übernehmen konnte. Sasaki schien sich unter den nassen Bedingungen sofort wohlzufühlen und konnte bis Runde 4 einen wertvollen Vorsprung herausfahren. Hinter ihm blieb das Feld eng zusammen, die meisten Abstände lagen unter einer Sekunde. Nur Dhanesh Wigneswarans Volkswagen Beetle Gr.3 verlor allmählich den Anschluss an die Gruppe vor ihm.

Der Porsche wirkte weiterhin gelassen, doch das Wetter änderte sich bereits. In Runde 10 hatte der Regen nachgelassen und die Wolken begannen aufzureißen. Eine trockene Spur zeichnete sich immer deutlicher ab und machte aus dem zurückhaltenden Rennen einen Wettstreit um Timing und die richtige Reifenwahl.

Die ersten großen strategischen Entscheidungen fanden in Runde 12 statt, als Hiroshi Okumoto den Nissan GT-R Nismo in die Box fuhr und Kanata Kawakami ihm im Lexus RC F folgte. Beide tauschten Regenreifen gegen mittlere Dunlop-Reifen aus. Während die Fahrbahn immer trockener wurde, entschieden sich weitere Fahrer für Slicks, obwohl kein Boxenstopp verpflichtend war.

In Runde 13 fuhr das führende Trio aus Sasaki (Porsche), Moriyama (Audi) und Kodaka (Lamborghini) gemeinsam in die Box. Sasaki und Moriyama entschieden sich für die schnelleren, weichen Dunlop-Reifen und setzten darauf, vor Abnutzung der Reifen genug Vorsprung herausfahren zu können. Kodaka entschied sich für eine konservativere Strategie und positionierte den Lamborghini Huracán so, dass er auch später im Rennen konkurrenzfähig bleiben sollte. Die entscheidende Frage war, ob Porsche und Audi ihr Tempo bis zur karierten Flagge würden halten können.

In Runde 20 schien die aggressive Strategie der Führenden aufzugehen. Sasaki und Moriyama hatten einen Vorsprung von etwa fünf Sekunden vor dem Verfolgerfeld aufgebaut, wobei der Porsche die Kontrolle weiterhin fest in der Hand hatte. Hinter ihnen blieben Kodaka, Kokubun (Mazda RX-Vision) und Hashima (Ferrari) auf langlebigeren Reifen in Angriffsstellung und hofften, dass die weichen Reifen der Führenden noch vor dem Ziel nachlassen würden.

Der entscheidende Kampf spielte sich hinter Sasaki ab. Kodaka näherte sich Moriyama stetig und schloss in der letzten Runde zum Audi auf, wodurch ein erbitterter Kampf um die zweite Position begann. Lamborghini und Audi tauschten mehrmals die Positionen, während beide Fahrer nach Grip suchten und jede Bremszone verteidigten. Schließlich setzte sich Kodaka mit dem Huracán durch und hielt die Position bis zur Ziellinie.

Sasaki ließ sich unterdessen nicht mehr einholen. Er holte mit dem Porsche 911 GT3 einen souveränen Sieg nach Hause und überzeugte mit seinem sicheren Fahren bei Nässe und einem perfekt durchdachten Wechsel auf weiche Reifen, als die Strecke trocknete. Yuki Kodaka sicherte sich für Lamborghini den 2. Platz, gefolgt von Sota Moriyama, der das Podium mit Audi vervollständigte. Ryota Kokubun belegte im Mazda den 4. Platz, gefolgt von Jun Hashimas Ferrari und Seiya Suzukis (ZETA_Suzuki) BMW M6 GT3 auf den letzten Platzierungen in den Punkten.

Das Ergebnis verschafft Porsche nach zwei Siegen in Folge die Führung in der Meisterschaft, gefolgt von Ferrari auf Platz 2. Dahinter teilen sich jedoch gleich drei Hersteller den dritten Platz, sodass das Rennen um den Titel noch völlig offen bleibt, bevor es in Runde 3 nach Singapur geht.

Am Fuji zeigte Takuma Sasaki, dass bei unvorhersehbaren Bedingungen reine Geschwindigkeit nicht alles ist. Der Sieg ging an den Fahrer, der die Strecke am besten lesen konnte.

Über den VerfasserSam Mitani

Sam Mitani, ehemaliger International Editor beim Magazin Road & Track und Kolumnist für mehrere internationale Publikationen, ist heute ein preisgekrönter Buchautor. Seine Prototype-Trilogie umfasst drei Spionagekrimis mit Automobilbezug und ist auf Englisch erhältlich. Eine japanische Ausgabe des ersten Buches, „The Prototype“, erschien im vergangenen Jahr in Japan.

Gran Turismo World Series 2026 Runde 2 – Tokio – Ergebnisse im Manufacturers Cup

Qualifying-Zeitfahren

Fahrzeugkategorie:
Gr.3
Strecke:
Fuji International Speedway
RANG Hersteller/Fahrer ZEIT Abstand
1
Audi
Sota Moriyama
1'37.910
2
Lamborghini
Yuki Kodaka
1'38.199 +00.289
3
Porsche
Takuma Sasaki
1'38.293 +00.383
4
Toyota
Kenta Morimoto
1'38.372 +00.462
5
Ferrari
Jun Hashima
1'38.394 +00.484
6
Mazda
Ryota Kokubun
1'38.413 +00.503
7
Subaru
Soki Nabetani
1'38.463 +00.553
8
Nissan
Hiroshi Okumoto
1'38.645 +00.735
9
Lexus
Kanata Kawakami
1'38.673 +00.763
10
BMW
Seiya Suzuki
1'38.768 +00.858
11
Mercedes-AMG
Kojiro Sasaki
1'38.873 +00.963
12
Volkswagen
Dhanesh Wigneswaran
1'39.003 +01.093

Top-6-Qualifying

Fahrzeugkategorie:
Gr.3
Strecke:
Fuji International Speedway
RANG Hersteller/Fahrer ZEIT Abstand
1
Audi
Sota Moriyama
1'37.859
2
Porsche
Takuma Sasaki
1'38.054 +00.195
3
Lamborghini
Yuki Kodaka
1'38.067 +00.208
4
Ferrari
Jun Hashima
1'38.156 +00.297
5
Mazda
Ryota Kokubun
1'38.218 +00.359
6
Toyota
Kenta Morimoto
1'38.344 +00.485
7
Subaru
Soki Nabetani
-' - -. - - -
8
Nissan
Hiroshi Okumoto
-' - -. - - -
9
Lexus
Kanata Kawakami
-' - -. - - -
10
BMW
Seiya Suzuki
-' - -. - - -
11
Mercedes-AMG
Kojiro Sasaki
-' - -. - - -
12
Volkswagen
Dhanesh Wigneswaran
-' - -. - - -

Großes Finale

Fahrzeugkategorie:
Gr.3
Strecke:
Fuji International Speedway
Runden:
27
RANG Hersteller/Fahrer ZEIT PUNKTE
1
Porsche
Takuma Sasaki
47'02.990 6
2
Lamborghini
Yuki Kodaka
+04.276 5
3
Audi
Sota Moriyama
+04.295 4
4
Mazda
Ryota Kokubun
+07.199 3
5
Ferrari
Jun Hashima
+11.102 2
6
BMW
Seiya Suzuki
+13.147 1
7
Toyota
Kenta Morimoto
+23.257 0
8
Mercedes-AMG
Kojiro Sasaki
+27.711 0
9
Subaru
Soki Nabetani
+42.067 0
10
Lexus
Kanata Kawakami
+50.903 0
11
Nissan
Hiroshi Okumoto
+55.400 0
12
Volkswagen
Dhanesh Wigneswaran
+1'04.076 0
Schnellste Runde:
Porsche Takuma Sasaki 1'38.582

Tempo, Taktik und ein packendes Ende prägen Runde 2 in Tokio TOKIO, Japan (15. August 2026) – Im Anschluss an den Manufacturers Cup richtete sich die Aufmerksamkeit im Hauptsitz von Polyphony Digital in Koto-ku auf Runde ...